Land setzt Förderung fort
Wie erfolgreich ist das Landesprogramm „Kontaktstellen Frau und Beruf“? Seit 1994 gibt es in Konstanz und in neun weiteren Städten in Baden-Württemberg solche Beratungsstellen, die das Fachkräftepotenzial von Frauen sichern und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf stärken sollen.
Auf Anregung des Landtags hat das Ministerium für Finanzen und Wirtschaft den Erfolg des Programms von der Prognos AG untersuchen lassen. Die Gutachter stellten allen Kontaktstellen insgesamt ein gutes Zeugnis aus, teilte Finanzminister Dr. Nils Schmid jetzt bei der öffentlichen Vorstellung des Gutachtens mit.
Der Singener Abgeordnete Hans-Peter Storz, der Mitglied des Finanz- und Wirtschaftsausschuss des Landtags ist, erfuhr schon früher von den Ergebnissen. Eine positive Beurteilung durch die unabhängigen Gutachter war Voraussetzung dafür, dass der Landtag für die Jahre 2013 und 2014 je 1,1 Millionen Euro Zuschuss für die Kontaktstellen in den Haushalt einstellt, erläutert er.
In Konstanz ist die Kontaktstelle bei der Handwerkskammer angesiedelt, wo sie als eine der ersten 1994 ihre Tätigkeit aufnahm. 2011 führte sie 685 Beratungen durch. Dabei standen Fragen nach dem Wiedereinstieg in den Beruf nach der Familienphase, zur Existenzgründung oder zu speziellen Qualifizierungsangeboten im Vordergrund. Lob gab es auch von Kooperationspartnern wie den Arbeitsagenturen. Sie stellten heraus, dass die Kontaktstellen neutrale ganzheitliche und frauzenspezifische Beratung bieten. Dies sei ein Alleinstellungsmerkmal, heißt es im Gutachten.
Es gebe allerdings auch Verbesserungsbedarf, so Storz. So forderten die Gutachter, dass zu wenig erkennbar sei, dass es sich bei den Kontaktstellen um ein Landesprogramm handle. Notwendig sei eine stärkere Zusammenarbeit mit der Wirtschaft. Insbesondere wünscht sich Storz, dass die Kontaktstellen in der Fachkräfte-Allianz eine aktive Rolle spielen. Denn: „Wir brauchen das Wissen und die Qualifikation von Frauen“.