11000 Schlecker-Beschäftigte stehen am Montag auf der Straße, nachdem die Verhandlungen für eine Transfergesellschaft gescheitert sind. „Die Mitarbeiterinnen sind bitter enttäuscht und wütend. Ich auch,“ sagt der SPD-Landtagsabgeordnete Hans-Peter Storz.
Bis zuletzt hätten Wirtschaftsminister Nils Schmid und die Landesregierung um eine Finanzierung einer Transfergesellschaft gekämpft, die den Mitarbeiterinnen die Suche nach einer neuen Arbeit erleichtern sollte. Leider vergebens. „Daran ist die sterbende FDP schuld, deren Wirtschaftsminister zu Lasten Wehrloser zum letzten Mal politische Stärke zeigen wollten.“ Es sei nie um Hilfen für ein zahlungsunfähiges Unternehmen, sondern immer nur um eine wirksame Unterstützung für die Mitarbeiterinnen gegangen. Für FDP-Politiker ist eine risikoarme Bürgschaft von 71 Millionen Euro zugunsten der Transfergesellschaft zu viel. Für fragwürdige Außenhandelsgeschäfte oder für den Euro übernehme der deutsche Staat Risiken in kaum vorstellbarer Größenordnung. „Doch wenn es um Frauen geht, entdecken einige plötzlich ihre liberalen Prinzipien.“
Im Kreis Konstanz sind bislang sechs Schlecker-Filialen geschlossen worden. Mindestens 17 Mitarbeiterinnen sollen entlassen werden. Doch nach dem Scheitern der Transfergesellschaft müssen auch die verbliebenen Mitarbeiterinnen in den anderen Filialen wieder Angst um ihre Jobs haben. „Dies hätten wir gemeinsam verhindern können,“ meinte Storz.