Wie lassen sich Tourismus und Naturschutz miteinander vereinbaren? Diese und andere kritische Fragen stellten Studierende des Studiengangs „Nachhaltiges Regionalmanagement“ an der Hochschule Rottenburg an den tourismuspolitischen Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Hans-Peter Storz. Sie wollten wissen, wie Reiseziele im Land verkehrlich erschlossen werden und wie sich Ausbildungs- und Einkommenssitutation in der Tourismusbranche entwickelt.
Besonders am Thema des Mindestlohns zeigte sich, dass die Tourismuspolitik Querschnittsaufgabe ist, die von vielen fachlichen Ressorts wie der Arbeitsmarktpolitik, der Verkehrspolitik, dem Verbraucherschutz oder der Umweltpolitik beeinflusst wird. „Unser Anliegen ist immer“, so MdL Storz, „ die Interessen der Umwelt, der Landwirtschaft und jener der Tourismuswirtschaft in Einklang zu bringen“. Dass dies nicht immer einfach ist, wurde anhand des Ausbaus der B 31 am Bodensee oder der Nutzung von Natur- bzw. Kulturerbestätten für Freizeitveranstaltungen deutlich.
Intensive Diskussion erfuhr zudem die Fragestellung wie die Aufgaben der Landschaftspflege stärker mit Ansätzen zur Steigerung regionaler Wertschöpfung verknüpft werden könnten. Beispiele wie das Schwäbische Streuobstwiesenparadies zeigen, dass die Erhaltung von Kulturlandschaft und die Inwertsetzung regionaler Produkte Hand in Hand gelingen kann. Allerdings könnten diese Initiativen gestärkt werden, wenn es die einzelnen Förderansätze des Landes und der Europäischen Union stärker miteinander verzahnt würden. Insgesamt könnte so auch das wachsende Segment des naturnahen Tourismus gestärkt werden. Derzeit stelle das Naturtourismus zwar kein Massenphänomen dar, so Herr Storz, aber es weist eine dynamische Entwicklung auf, die es gelte für das Reiseland Baden-Württemberg zu nutzen: „Naturnaher Tourismus ist eine Stärke des Landes, die es neben anderen Stärken wie dem Städtetourismus auszubauen gilt“ so der Abgeordnete: „ Ich freue mich, dass an der Hochschule Rottenburg Studierende zu finden sind, die sich genau an dieser Nahtstelle zwischen Natur- bzw. Umweltschutz und Tourismus beschäftigen.“